Minecraftolia

Warum ist das Spiel Minecraft so ein Erfolg? Wir generieren eine Welt, die jedes mal anders, und damit unvorhersehbar ist. Die sich nahezu unendlich in alle Richtungen erstreckt, eine unserer Realität ähnliche Ästhetik besitzt, und mit mordlüsternen Geschöpfen besiedelt ist. Eine Überlebens-Simulation, in der unser Hunger zum Antrieb wird, auf die Jagd zu gehen und das Territorium zu erobern.
Wir stellten die Würfelwelt in Korrelation zu Lars von Triers apokalyptischem Spielfilm Melancholia, der sich wiederum mit der Unausweichlichkeit des Nicht-Überlebens beschäftigt.
Minecraftolia reproduziert die, die Handlung vorweg nehmende, Einführungssequenz aus Melancholia bildweise ins Würfeluniversum und versucht so, an vielen Stellen noch weiter zu abstrahieren.
Zum Schluss bleibt die Frage, ob sich unser Verlangen nach archaischer Gefahr befriedigen lässt, wenn wir zu jeder Zeit die Möglichkeit eines Neustarts, einer Neugeburt, haben, den uns virtuelle Games bieten.



Der Kurzfilm wurde auf dem 31. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest uraufgeführt und wird durch interfilm berlin verliehen.

Adobe After Effects, Adobe Photoshop
Leonard Bahro